Nachdem ich mich am Montag von meiner Familie und Freunden verabschiedet habe, stand ich am Dienstag pünktlich um 4 Uhr auf, um den gerade am letzten Abend gefertigten Backpacker ins Auto zu laden und mit Wiebke bis nach Harburg und von dort mit der Bahn bis zum Flughafen zu fahren. Dort habe ich noch einen letzten Cappuccino, überteuert wie nur sonstwas genossen, eingecheckt und mich durch die Sicherheitskontrolle geschlagen. Der Abschied ist mir im Vergleich zu einigen anderen Freiwilligen nicht ganz so schwer gefallen, denn ich war ja schon auf eine deutlich frühere Abreise eingestellt und hatte mich mental schon verabschiedet.
Doch schon gleich beim Einsteigen in das Flugzeug ergab sich das erste Problem; Der Pilot kündigte eine Verspätung von etwa einer halben bis dreiviertel Stunde an und ich bekam meine erste böse Ahnung, dass das ganze volle Kanne in die Hose gehen würde.
Das Flugzeug startete schließlich mit etwa 20 Minuten Verspätung und kam trotzdem pünktlich in Paris an, wie auch immer es dem Piloten gelungen war diese Verzögerung aufzuholen mich hatte er damit glücklich gemacht!
Paris
Glücklicherweise ist das Reisen innerhalb der EU sehr angenehm und ich war schnell im Wartesaal des richtigen Terminals und konnte mir nun 2 Stunden lang die Zeit vertreiben, da ich die Sicherheitskontrolle inzwischen etwas routinierter passieren konnte. Ein freundlicher Sicherheitsbeamter teilte mir außerdem mit, dass mein Gepäck sich bereits an Bord befinde und ich konnte mich bei ein bischen Musik und einer spannenden Partie Hearts gegen meinen Laptop entspannen. Beim Einsteigen in das nächste Flugzeug, ein etwas größeres Kaliber, bekam ich dann ein Formular in die Hand gedrückt, dass ich bitte bis zur Einreise ausfüllen solle. Und so gut mein Schulspanisch auch sein mochte, ohne Hilfe der netten jungen Nonne, die während des Fluges neben mir saß und mir in einem merkwürdig spanischen Französisch erklärte, was denn dort auf Spanisch verlangt werde, hätte ich niemals alles ordnungsgemäß ausfüllen können.
Ein weiteres Problem wäre meine erste Begegnung mit typisch lateinamerikanischem Verhalten gewesen, wenn mir die Nonne keinen Stift geliehen hätte. Denn ich habe die mexikanischen Stewardessen etwa 5 mal in drei verschiedenen Sprachen gefragt, ob ich nicht einen Stift oder etwas anderes zu schreiben für das Formular bekommen könnte. Die Antwort war stets ein sehr freundliches Lächeln und eine Zusage, allerdings hätte ich auf die Stifte wohl eine Ewigkeit warten können, denn sie kamen einfach nicht!
Immerhin war das Essen grausam und die Stewardessen inkomepent, so konnte mich Aeromexico schließlich doch noch von seiner Unzuverlässigkeit überzeugen!
Die Ankunft in Mexiko war allerdings um einiges komplizierter als die in Paris.
Mexiko City
Nachdem ich die Prüfung des Formulars anscheinend bestanden hatte und der "freundliche" mexikanische Zollbeamte mir mitgeteilt hatte "Si si si... Check-in si si." als Antwort auf meine Frage, ob mein Gepäck sich bereits an Bord des Flugzeugs nach Oaxaca befinde, ging ich davon aus, dass dies auch so sei. Allerdings stellte sich gleich heraus, dass ich mich irrte, denn mein Gepäckstückt hatte leider seine Check-in Nummer, sowie das Band mit meinem Adress-schildchen dran verloren und ich bekam es von einem etwas freundlicherem Flughafenmitarbeiter in die Hand gedrückt und durfte es neu einchecken.
Ich war jetzt relativ gespannt, wie genau denn so ein mexikanischer Flughafen sich von europäischen unterschied und bin zu dem Schluss gekommen: Bis auf die Fluggäste und Angestellten, sowie die Preise in den Tiendas(Läden) unterscheiden sie sich kaum! So ziemlich kein einziger Flughafenangestellter besaß englische Sprachkenntnisse, aber dafür kosteten 0,6l Coca Cola gekühlt, nichtmal aus dem Duty-Free Shop nur 11 Pesos(ca. 65Cent). Das war eindeutig der erste Punkt für Mexiko, abgesehen von dem unglaublichen Eindruck dieser selbst aus der Luft schier unendlich groß erscheinenden Stadt, deren Viertel sich bis zu einer gewissen Steigungsgrenze die Berge erklimmen, die überall aus der Erde schießen.
Als schließlich das Abfluggate für Oaxaca angegeben wurde, erkannten Miguel und Vicky, wie ich sie nennen soll (Schwiegereltern eines Arbeitskollegen von Wiebke) uns so ziemlich zur gleichen Zeit erkannt und angesprochen. Die beiden sind Ärzte und arbeiten in Oaxaca. Jetzt konnte ich endlich bemerken, wie mittelmäßig mein Spanisch ist :D
Aber wenn man schließlich gezwungen wird, Spanisch zu sprechen, findet sich immer ein Weg sich auszudrücken. Es geht einfacher als man denkt.
Im Flugzeug habe ich dann etwas typisch mexikanisches gegessen; Erdnüsse mit Limonengeschmack (Limonen gibt es hier zu ziemlich jeder Art von Essen und Snacks).
Oaxaca

pinnwand entjungfert...
AntwortenLöschenmal sehen wie lange sich das mit den ausführlichen berichten hält^^
gez. holla 08