Montag, 4. April 2011

Zwischenseminar und Halbzeit

Inzwischen ist wieder ein Weilchen vergangen und wieder ist eine Menge passiert.
Neben dem ganzen internationalen Trubel, vor allem bezüglich des Tsunamis, ist auch hier etwas angekommen.
Kurz vor meiner Halbjahresfeier, hieß es schließlich für alle VIA- weltwärts - Freiwilligen aus Mexiko, Costa Rica, Nicaragua und der Dominikanischen Republik: Auf zum Zwischenseminar nach Mexiko-City!

Endlich war das große Treffen und der Erfahrungsaustausch da, auf den sich viele gefreut hatten und enttäuscht wurde natürlich keiner!

Insgesamt kamen 18 Frewillige, davon zwei, die bereits seit eineinhalb Jahren in Mexiko verweilen und ihren Dienst verlängert haben. Die restlichen waren zum ersten Mal auf einem hauptsächlich spanisch-sprachigen Seminar mit unseren beiden Teamern/Leitern: Lisa (deutsch) und Francisco (peruanisch).
Die drei Freiwilligen aus Costa Rica
Die LEITER:

Lisa
Francisco (Peruaner)

Die beiden schon ein wenig geschafft, da dies bereits das dritte Seminar, direkt hintereinander für sie war (in Peru und Kolumbien zuvor)



Einer der beiden lieben Haushunde (Name ist mir leider entfallen)


Kaum einer kam wirklich rechtzeitig an, wie es sich für Latein-Amerika gehört, denn der Verkehr in einer knapp 30 Millionen Einwohner-Stadt ist nicht unbedingt zu unterschätzen. Dementsprechend waren wir auch die erste Zeit etwas müder und unsere Arbeitshaltung so dementsprechend aus:
Fraktion Dominikanische Republik




Keno, Guadalajara, bei seiner Lieblingsaktivität

Aber wir können auch anders. Wenn alle sich zum Affen machen, manchmal wortwörtlich, machts doch gleich etwas mehr Spaß!
Ein interessantes Warm-Up


Keno...


Der "kleine" Simon zwischen Maik, links aus Guadalajara und Rafael aus der DomRep

Besonders vom leckeren mexikanischen Essen, unter anderem auch das Fruchtreiche Frühstück, waren alle Freiwilligen aus anderen Ländern sofort überzeugt! Fleischhaltiges Mittagessen und natürlich die Getränke!!!





Jeden Tag leckeres Frühstück und Essen


Fraktion OAXACA


Mehr oder weniger gemeinsam wurde der Wochenplan gleich am Anfang festgelegt: Am besten würde natürlich werden: die Exkursion am Mittwoch!


Der "Wochenplan"

Künstlerische Unterbeweisstellen
Im Verlauf der Woche gab es, wie auf dem Vorbereitungsseminar auch, jede Menge interaktive Spiele zum Verständnis von Kulturen, Rollenspiele, kleine Vorführungen oder wie oben interessante künstlerische Darstellungen unserer Erfahrungen und Empfindungen, sowie natürlich dem wichtigsten Thema des Seminars: Die Erwartungen für das nächste halbe Jahr!
Die "gelben" Charaktäre, eine sehr schüchterne Gruppe
Elena

Diskussion der gelben, blauen und roten Charaktäre

VOLLEYBALL!
Das Haus namens Casa Xitla, in der Colonia Ursula im Süden der Stadt, in dem wir resistierten, bat neben tollem Essen, jeder Menge Raum und anständigen 2er-Zimmern auch eine einmalig interessante Mezcal- und Tequilaprobe. Für alle die es nicht wissen: Mezcal und Tequila sind theoretisch "das gleiche" Getränk. Tequila ist ein bestimmter Mezcal aus der Region "Tequila", woher sein Name stammt und international bekannt, während Mezcal in unendlich vielen verschiedenen Varianten und 3 verschiedenen Destilationsstufen existiert. Er wird hier in Oaxaca auch oftmals von jedermann selbst "im Garten" hergestellt und hat teilweise nach der ersten Destilation noch 70 Umdrehungen oder ein wenig mehr!
Getrunken werden beide aus einem sogenannten "Caballito"(knapp 4cl), einem "Pferdchen", dass etwa doppelt so groß ist wie ein normales "Kurzer"-Glas (2cl).
Bevor man den Schnaps trinkt, reibt man sich mit einer Limette über die Handfläche, streut ein wenig Pulver drauf, das aus Wurmmehl, Chilly und Salz besteht, schluckt das Pulver, anschließend den Schnaps und zum Schluss beißt man in die Limette um den extrem starken Geschmack loszuwerden. Alternativ zum Pulver kann man auch "Chapolines" (fritierte Heuschrecken) essen, die hauptsächlich nach Salz schmecken
Mezcalprobe

v.l. Simon, Der Küchenchef, Der Hausbesitzer/-leiter, Malte

Natürlich haben so ein paar Schlücke Mezcal und Tequila, runtergespült mit Bier auch schon ihre Wirkung:
Auch Teamleiter können Spaß haben!

Rechts die beiden Freiwilligen aus Nicaragua, Max und Steffi

Simon, auch aus Oaxaca, der bereits eineinhalb Jahre hier ist
Und natürlich nicht zu vergessen: Unser Ausflug in die Innenstadt; der Exkursionstag!

Ben, der andere "Alt"-Freiwillige und Feli
Mexikanischer Straßenarbeiter mit Marina

Ausschütteln der "Cruda"(Kater)

Oder einfach intelligent dreinblicken...

gemütlich durch die Gegend staken lassen

Jaci mit Elena


Ein paar Mariachi, die für ein paar unverschämte Pesos ein paar Lieder spielen


Palacio del Gobierno am Hauptplatz in Mexico-City

Die Kathedrale an ebenjenem Hauptplatz



Pierre, Guadalajara, bei einer weiteren sinnvollen Aktivität

Ein äußerst witziges Spiel, das auf jeden Fall nach Deutschland exportiert bzw. importiert wird!!!

 Das ist mehr oder weniger ein kleiner Eindruck vom Zwischenseminar. Es werden vielleicht noch ein paar mehr Bilder folgen.


Zu meiner persönlichen Halbzeit kann ich sagen:
 Ich habe ein HAMMER-halbes Jahr hinter mir, freue mich riesig auf die nächste Hälfte, denn ich habe schon gemerkt, dass man nie auslernt und nichtmal ein Jahr wirklich reicht, eine Region richtig kennenzulernen, geschweigedenn ein Land. Vor allem bei soviel Arbeit und anderen Aktivitäten.
Jetzt gibt es erstmal Besuch von der Familie aus Deutschland und dann geht es weiter, Vorfreude auf alles was mich kommt. Und inzwischen schon ein wenig mexikanisch: Einfach auf mich zukommen lassen... Wenn sich eine Gelegenheit für was Tolles ergibt, bin ich dabei, nicht zuviel Planen, denn man kann auch einfach so Spaß haben!

Montag, 14. März 2011

Weihnachten, Silvester und drumherum

Weihnachten

Weihnachten war dieses wirklich sehr unspektakulär. Abgesehen davon, dass überhaupt keine Vorweihnachtsfreude aufkam, gab es genauso wenig eine Weihnachtsfreude. Mexikanische Post ist superunzuverlässig, bzw. unpünktlich, wie so ziemlich alles in Mexiko, von daher kam weder meine Post rechtzeitig an, noch andersherum. Am 24. bin ich bei den Kindern im Procasa gewesen, hab beim Geschenkeverteilen geholfen und mich von den strahlenden Gesichtern glücklich stimmen lassen!

Anschließend wieder zuhause haben Simon und ich die ziemlich letzten Lebkuchen verzehrt und sind dann in einem Restaurant lecker Tasajo (dünnes Steak) essen gegangen. Es war zwar sehr lecker, aber auf keine Art oder Weise weihnachtlich.

Auch die nächsten Taage war nicht viel los, doch dann endlich haben wir eine Entscheidung getroffen und in die Tat umgesetzt: Silvester wird in Puerto Escondido (Versteckter Hafen) an der Pazifikküste gefeiert!
Auch Benny konnten wir noch überzeugen mitzukommen, und so fuhren wir als alteingespieltes Trio los.

Ausgesucht für unsere Fahrt dorthin hatten wir einen Minibus, der 150Pesos /etwa 10€ für eine Fahrt gekostet hat. Die Fahrt war den Preis auf keinen Fall wert, denn am Anfang gab es zwar noch ein, zwei Dinge zu sehen, doch dann ging es hoch in die Berge, mit abgrundtief schlechter Musik, die nach 10Sekunden anspielen vom Fahrer sofort weitergespult wurde, und Serpentinen ohne Ende, die so schnell durchfahren wurden, dass man immer im Sitz hin und her-gerutscht ist und nicht die Möglichkeit hatte, auch nur ein Auge zuzukriegen. Anschnaller gab es zwar, aber die waren vorsichtshalber zugeknotet, sodass sie nicht aus Versehen noch jemand benutzt.




Naja, keiner von uns war so richtig fit, als wir schließlich abends um ~10.30 Uhr nach 7,5 Std. erschöpfender Fahrt ankamen. Das erste, was wir bemerkten war die extreme Wärme, die trotz der Dunkelheit herrschte und die hohe Luftfeuchtigkeit, die wir aus dem 1500m hohen Oaxaca nicht gewohnt waren.
Endlich war es normal, kurze Hosen zu tragen, was es in Oaxaca, trotz mittäglicher Wärme nicht war!
Doch zuerst musste eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden werden, denn da die Hotels keine Reservierungen entgegennehmen wollten, da öfter trotz Reservierung niemand kam, mussten wir improvisieren. Wir klapperten zuerst die Playa Principal Seite der Stadt ab, doch hier gab es kaum Hotels bzw. Hostels. Als wir dann an die Playa Zicadella kamen, gab es eine böse Überraschung: Fast alle Hotels und Hostels waren voll, oder kosteten ein Vermögen, sodass wir schon überlegten, eine Nacht am Strand zu schlafen. Schließlich entschieden wir uns dann doch für ein Hotel namens Villa Mexicana; Der ziemlich größte Fehler des gesamten Urlaubs. Erstens war es eins der teuren Hostels/Hotels, zweitens waren die hygienischen Verhältnisse... naja, aber am schlimmsten war das Aussehen: Ein hässlicher Betonklotz, null Service, und ein hässliches Bad. Aber es war das einzige, das ein Zimmer frei hatte.



Dafür allerdings mit recht passablem Ausblick:
Aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen, denn wir waren sowieso nur zum Schlafen im Hotel.
Dementsprechend ging es gleich am Morgen los an den Strand; Volleyball, Schwimmen und am Abend unsere erste Surfstunde!

Einige kuriose Bilder...
 Nach einem wirklich anstrengenden Morgen am Strand, machten wir uns auf die Suche nach einem etwas günstigeren und schöneren Hostel, als der Villa Rosa und fanden auch schnell eins:
Eine ansehnliche Strohhütte, wie geschaffen für Surfer und immerhin 50$, also 3,50€ günstiger die Nacht... Naja es war ein Anfang und zur Abwechslung durfte ich nun mal alleine in einem Bett schlafen!
Ein schickes Wohnzimmer, was gleichzeitig Aufenthaltsraum für alle war, sowie Bar und Restaurant, mit Billardtischen und allem, was man so zum Leben braucht!
Ganz geschafft von der Hotelsuche, ging es frühabends erstmal wieder an den Strand, und im Restaurant, schick weihnachtlich geschmückt, konnte man entspannt in der Hängematte auf sein Essen warten.
Dann endlich war es soweit: Die Silvesternacht war da! Dieses Jahr allerdings ein bischen merkwürdig, genau wie Weihnachten in kurzer Hose und in witziger Gesellschaft!
 Einen Tag vor Silvester, haben wir eine Gruppe von 5 "Gringos" kennengelernt, von denen einer fließend deutsch sprach, ein anderer Pastor werden wollte, und ein weiterer mit 14 Jahren, in ein Dorf ganz in der Nähe von Oaxaca de Juárez gezogen war.
Es gab jede Menge tolle, günstige, illegale und ziemlich gefährliche selbstgebastelte Böller, die aber deutlich cooler aussahen, als deutsche und etwa 4 mal so laut waren.
Und schließlich, um Mitternacht, das Feuerwerk und das neue Jahr war eingeleitet.
Das musste natürlich gefeiert werden, und schnell lernten wir neue merkwürdige Leute kennen. Der witzigste Zufall auf diesem Foto: Der zweite von links, ist ein gebürtiger Mexikaner, der für 2 Jahre in der Jugend von Skt. Pauli gespielt hat und ein so unglaublich cooles, extrem hamburgerisches Deutsch sprach, dass es Unterhaltung für die ganze Nacht lieferte. An alle Details erinnere ich mich nicht mehr, aber wir hatten alle unseren Spaß und lagen gegen 6/7 Uhr früh endlich in unseren Betten!
Am nächsten Tag konnten wir dann endlich in das letze und eindeutig beste Hotel unseres Aufenthalts wechseln: Dan's House. Es gehört einem Kanadier, und neben einem guten Preis hat es eine fantastische Aussicht, war unglaublich sauber und ruhig und CABLE TV aus Kanada... der Urlaub war gerettet!!!
Tja wenn man eine Welle unterschätzt, fällt man auch leicht mal vom Board und kriegt es anschließend in die Rippen gehämmert!

















Ein letztes Mal noch ins Casa Babylon, wo es den besten Mojito Puerto Escondido's gibt, Denkermine aufgesetzt und eine Runde Schach "gezockt", und schon war der Urlaub vorbei!




Ups... Ich hab leider nicht bemerkt, dass der Post die ganze Zeit nur als Entwurf im Postkasten hing und ich ihn noch gar nicht veröffentlicht hatte :S Tschuldigung... mit den nächsten klappts hoffentlich besser...